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Home Sonderthemen Ungesundes Essen: Die Menge macht das Gift
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11:21 19.02.2018
Darf es Pizza sein? Ja, auch die Pizza ist erlaubt – hin und wieder. Kohlehydrate, Fett und Eiweiß, sind in dieser Pizza in Form von Teig und Käse enthalten. Gut dazu: Tomaten und frische Kräuter wie hier Basilikum.                   FOTO: MIZINA/ADOBE.COM
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19.02.2018

Gesundheit & Pflege

Ab morgen esse ich gesünder“: Pünktlich zur Fastenzeit steht dieser gute Vorsatz bei vielen Menschen ganz oben auf ihrer To-Do-Liste. Aber wie stellt man das überhaupt an? „Die Ausgewogenheit muss stimmen“, sagt Prof. Dr. Johann Ockenga. Er ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II am Klinikum Bremen-Mitte mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Endokrinologie und Ernährungsmedizin. Zudem ist Ockenga Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin.

Eine gesunde Ernährung bedeutet, dass alle Nährstoffe, die der Körper nicht selbst bilden kann, in der richtigen Menge über die Nahrung aufgenommen werden sollten. Als Faustregel gilt, dass etwa 50 Prozent der Kalorien, die man zu sich nimmt, aus Kohlendhydraten, ungefähr 30 Prozent aus Fetten und rund 20 Prozent aus Eiweißen bestehen sollten. „Nehme ich von den einzelnen Komponenten dauerhaft zu viel oder lasse ich was weg, ist das nicht mehr gesund. Dann bin ich fehlernährt. Die Menge macht das Gift“, sagt Ockenga.


Nehme ich von einzelnen Komponenten dauerhaft zu viel oder zu wenig, ist das nicht mehr gesund. Dann bin ich fehlernährt.

Prof. Dr. Johann Ockenga Chefarzt am Klinikum Bremen-Mitte


Bei zahlreichen Menschen spiele das Thema Ernährung hierzulande noch eine viel zu geringe Rolle, glaubt der Experte. „Dabei kann die Art und Weise, wie wir uns ernähren, sich in großem Maße auf unsere Gesundheit auswirken“, sagt er. „Da schlummert ein riesiges Potenzial, das noch viel stärker von jedem Einzelnen genutzt werden sollte. Durch eine gesunde Ernährung können wir schließlich das Risiko für bestimmte Krankheiten deutlich senken“, betont der Mediziner aus Bremen. Herz-Kreislauf-Krankheiten stünden da ganz oben. Durch eine ausgewogene Ernährung könne man auch einem Schlaganfall vorbeugen, genauso wie koronaren Herzkrankheiten oder Bluthochduck. Sogar das Krebsrisiko könne man mindern. Gemüse und Obst spielten da eine wichtige Rolle, ebenso wie ein maßvoller Konsum von tierischem Eiweiß. Vor allem den Anteil von rotem Fleisch solle man gering halten. Aber auch leichten Infekten könne man vorbeugen, indem man durch eine gesunde Ernährung sein Immunsystem stärkt.

Prof. Dr. Johann Ockenga plädiert für eine abwechslungsreiche Ernährung. FOTO: HFR
Prof. Dr. Johann Ockenga plädiert für eine abwechslungsreiche Ernährung. FOTO: HFR

Dass viele Menschen eine Diät mit gesunder Ernährung in Verbindung bringen, sieht Ockenga kritisch. „Es ist erst einmal gut, wenn sich Menschen mit ihrer Ernährungsweise auseinandersetzen. Die Frage ist dann aber, ob das auch in die richtige Richtung geht“, meint der Gastroenterologe. Verzichtet man beispielsweise über lange Zeit auf bestimmte Komponenten wie Obst und Gemüse, so können Herz-Kreislauf- Erkrankungen leichter entstehen. Fehlt tierisches Eiweiß, kann auch das Krebsrisiko steigen. „Hinter jeder Diät steckt die Gefahr einer Fehlernährung“, sagt der Experte. Auch kein Fleisch zu essen, sei eine Diätform. Gerade das tierische Eiweiß zu ersetzen, sei eine echte Herausforderung, könne aber durch Milchprodukte gelingen.

Komplizierter wird es etwa bei einer veganen Ernährung. „Da muss man schon ganz schön viele Kichererbsen essen, um fehlende Proteine zu kompensieren“, sagt Ockenga. Menschen bräuchten die Vielfalt. „Ansonsten stelle ich meinen Körper irgendwann vor Probleme. Mangelernährung und Adipositas können die Folge sein.“ Timo Sczuplinski

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